Damenkränzchen mit Laura

Heute interviewen wir unsere liebe Praktikantin Laura zum Thema Nachhaltigkeit, Mode und ihre Geheimtipps für Freiburg. Laura ist wie Hanna auch seit Anfang des Jahres bei uns im Team und greift uns fleißig unter die Arme. Wie immer bei unseren Damenkränzchen empfehlen wir eine Tasse Tee oder Kaffee dazu und wünschen euch viel Freude beim Lesen!

Wo bist du auf Oma Klara gestoßen?

Durch Instagram und als ich auf der Suche nach einem Praktikum war. Also auch durch eine Jobsuch-Seite.

Wie und wo kaufst du deine Kleidung ein?

Ich versuche überwiegend seconhand zu kaufen. Dazu durchforste ich gerne Seconhandläden in der Umgebung. Wenn ich in anderen Städten bin, besuche ich da auch gerne die lokalen Seconhandläden. Wenn es etwas ganz Besonderes sein soll schaue ich mich in Vintageläden um.

Was ist dein Lieblingsteil bei Oma Klara? Warum?

Zur Zeit ist es für mich der Wintermantel Virgiana. Praktisch, dass er gerade im Sale ist. Er ist eine Mischung aus 50er Jahre Diven-Mantel und robustem Trenchcoat. Mir gefällt, dass er Beides sein kann, elegant aber auch legere. Außerdem stehe ich auf Pelzkrägen (natürlich kein echter Pelz). Damit fühlt man sich immer einwenig besonders.

Was ist dein Lieblingskleiderstück/Outfit in deinem Kleiderschrank? Warum?

Eine schwarze Lederjacke aus den 80er Jahren.

Ihr Leder ist ganz weich und schon etwas speckig. Daran merket man auch, dass dieses Stück oft getragen wurde und schon ein mal ein Lieblingsstück war. Sie riecht schön nach altem Leder. Ein wenig wie alte Bücher. Ich mag das. Wenn ich die Jacke anhabe fühle ich mich immer sehr selbstbewusst. Selbst an einem Tag an dem ich mich nicht unbedingt so gut fühle, gibt mir dieses Stück immer etwas Sicherheit. Außerdem ist es ein cooles Basicteil. Und sie sieht einfach toll aus! Mit einem einem schönen Innenfutter auch wenn das an einigen Stellen ein wenig eingerissen ist. Doch das stört mich nicht. Schön verzierte Knöpfe runden das ganze optisch ab. Ihr seht ich liebe sie!

Was ist das älteste Kleidungsstück bei dir im Kleiderschrank? #wornsince

Eine pinke, kurzärmlige Satinbluse von meiner Oma.

Sehr schön im Sommer zu tragen, durch den angenehmen Stoff. Insbesondere wenn eine leichte Sommerbrise meinen Weg kreuzt. Meine Oma hat mir erzählt, dass sie die Bluse in ihren 20ern, also um 1960 gekauft hat. Auch ihr gefiel der angenehme Stoff aber insbesondere die Farbe. Pink. Durch den Satinstoff schimmert die Bluse ein wenig aber sie wirkt nicht kitschig. Ein echter Hingucker.

Was hast du von deiner Oma gelernt?

Sei immer höflich und freundlich zu den Leuten! Das hat mir meine Oma schon früh mit gegeben. Sie ist der Meinung, dass wenn man den Menschen mit Freundlichkeit begegnet, man damit rechnen kann, dass einem selbst Freundlichkeit entgegen gebracht wird. Und wenn nicht hat man etwas für sich getan. Denn Lächeln beugt Falten vor (ihre Worte).

Auch, dass man sich nicht immer alles gefallen lassen soll. Wenn man merkt, dass einem selbst Unrecht widerfährt oder auch anderen sollte man immer für sich und seine Ideale einstehen. Nicht mit der Masse mitgehen, denn die Gesamtheit hat auch nicht immer recht.

Und ein klassischer Spruch von meiner Oma: „Was weg ist, ist weg!“
Damit meint sie, dass man nicht immer Sachen auf die lange Bank schieben sollte.

Wie stellst du dir dein Leben vor, wenn du selbst mal Omas bist?

Ich hoffe zu erst einmal, dass ich immer noch ein aktives Leben führen kann. Nicht an schlimmen Krankheiten leide außer die normalen Alterswehechen. Dass ich vielleicht zwei Kinder habe, die mich so oft sie können mit ihrer Familie besuchen kommen. Ich hoffe, meine freie Zeit nutzen zu können, um auch weiterhin etwas von der Welt zu sehen und eine Beschäftigung finde, die mich ausfüllt. Am Schönsten wäre es natürlich wenn ich irgendwo auf dem Land oder am Meer leben würde.

Hinzu kommt ein gemütliches Heim, in dem mit meinen Enkel herum albern kann. Dazu gehören auch Besuche im Kino und Museen. Denn Kultur ist wichtig. Nicht zu vergessen, dass sich meine Enkel an meinem riesigen Sortiment an Kleidungsstücken, aus meiner Vergangenheit, erfreuen könnten (die Kleider haben natürlich im optimal Fall ein ganzes Zimmer). Das wäre Variante eins.

Die zweite finde ich persönlich weitaus spannender: Ich lebe mit meinen vier besten Freundinnen, nachdem wir alle unsere Partner oder Patnerinnen überlebt haben, gemeinsam in einem großen Haus. Idealerweise am Meer. Mit eigenem Garten, wo wir das meiste Obst und Gemüse selbst anbauen. Vielleicht haben wir auch noch ein paar Hühner. Unsere Kinder kommen uns in den Ferien besuchen. So würde ich gerne meinen Lebensabend verbringen. Aber die Hauptsache ist, egal was kommt, dass es spannend bleibt!

Oma Klara in der Nähe von Freiburg: Geheimtipp Freiburg?

Da gibt es ein paar. Ein mal das Josfritzkaffe. Im Sommer ist es am schönsten. Draußen zu sitzen und am besten noch ein Buch aus der Jose-Fritz Buchhandlung zu lesen. Es herrscht eine angenehmen Stimmung und es ist nie wirklich brechend voll.

Dann das JC-Cafe. Da ist zum ersten der Kaffe richtig gut und auch preiswert. Innen ist alles im Retro Design eingerichtet. Ich glaube auch, dass die Möbel wirklich ausschließlich Vintagestücke sind. Im hinteren Zimmer befindet sich auch ein Frisör. Dort hat man immer etwas zu entdecken.

Es gibt auch viele kleine antiquitäre Buchhandlungen in der Altstadt und um die Uni herum. Sie sind preiswert, laden zum Stöbern ein. Schon oft bin ich aus den Läden mit einem kleinen Schatz gekommen.

Freiburg grüne Stadt + Oma Klara Konzept nachhaltig: Was sagst du zum Thema Nachhaltigkeit allgemein und in der Modebranche?

Ich finde, Nachhaltigkeit ist in unsere Zeit ein unglaublich wichtiges Thema. Jeder kann mit kleinen Veränderungen in seinem Konsum- und Wegwerfverhalten etwas bewegen. Deshalb finde ich es wichtig, immer mehr darauf aufmerksam zu machen. Wir haben nur eine Erde. Leider sind wir mit unserem Konsum dabei diese Stück für Stück zu zerstören.

Früher wussten die Menschen nicht wirklich was die Industrie, Plastik und co. alles anrichten kann. Doch heute wissen wir es besser und sollten uns auch so verhalten.

Gerade die Modebranche ist leider ein gutes Beispiel für Konsum im Überfluss aber auch für Umweltverschmutzung. Da leider viele Herstellungstätten in Asien stehen, wird Umweltschutz sowie Arbeitsschutz noch immer klein geschrieben. Menschen und Umwelt sollten jedoch einen höheren Stellenwert haben als ein Stück Stoff. Zudem sind bereits Unmengen an Textilien im Umlauf und wir sollten schöne Alternativen finden diese zu Nutzen. Ob man nun etwas ganz neues aus den alten Kleidern macht oder sie einfach wieder neu in Szene setzt. Es ist nun mal so, dass sich in der Mode sehr viel wiederholt. Gerade aber wenn man etwas kreativ ist, neue Dinge aus altem erschafft, könnte man auch hier wieder neue Wege gehen. Oder sich einfach an einem Stück Zeitgeschichte erfreuen.

Seconhand- oder Bio-Kleidung hat leider immer noch den für die breite Masse verrufen Stempel des Ökos. Dabei ist es heut zu Tage wichtiger denn je ein „Öko“ zu sein.  Außerdem kann man in der Modebranche immer mehr beobachten wie man einen Einheitslook erschafft. Wie eine Uniform.

Dabei war es doch einmal das Ziel von Mode die Individualität des Einzelnen durch seine Kleidung zu unterstreichen.  Aber ganz so schwarz wie ich es hier darstelle ist es ja nicht. Immer mehr Menschen tun etwas gegen schlechte Arbeitsbedingungen und für den Umweltschutz in der Modebranche. Es liegt nur an uns dafür ein Bewusstsein zu entwickeln. Mehr aufeinander achten. Damit das miteinander (auch mit der Umwelt) nicht verloren geht.

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